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Notfall

Darmcentrum Adc

Was sind die Ziele unseres Darmzentrums?

  • integrierte Versorgung von Patienten mit bösartigen Erkrankungen des Dickdarms und Enddarmes
  • interdisziplinäres Zusammenwirken von mehreren Abteilungen des Ostalb-Klinikums , angegliederten Partnern und einem weiten sozialen Netzes
  • die Prävention und Information der Bevölkerung
     

Was bedeutet „Darmzentrum“?

Durch die Gründung des Darmzentrums am Ostalb-Klinikum Aalen Adc im Jahr 2006 wollen wir die bestmögliche Versorgung unserer Patienten mit Dickdarm- und Enddarmkrebs erreichen.

Dazu gehört als wesentlicher Faktor die Information der Bevölkerung über die Möglichkeiten der Vorsorge und das rechtzeitige Erkennen von Symptomen sowie die moderne Diagnostik und Therapie.

Bei der Behandlung soll ein strukturiertes Zusammenwirken von mehreren Abteilungen unserer Klinik , angegliederten Partnerm und einem weiten sozialen Netz in Aalen und Umgebung dies gewährleisten. Als Vorgaben dienen dazu die Leitlinien der Deutschen Krebsgesellschaft.

Weitere wesentliche Bestandteile des Darmzentrums sind

  • die interdisziplinäre Kommunikation
  • die zentrale Tumordokumentation
  • die strukturierte Fortbildung der beteiligten Berufsgruppen
  • die Beteiligung an überregionalen Studien
  • Tumorkonferenzen und Qualitätszirkel
  • ein jährlicher „Management- Review“ zur Überprüfung der Weiterentwicklung
  • die abteilungsübergreifende Qualitätssicherung
     

 

Ärztliche Leitung adc

Als Leiter des Darmzentrums wurde

Herr Chefarzt Prof. Dr. med. Gerhard Kleber und
Herr Chefarzt Prof. Dr. med. Marco Siech

sowie

Frau Oberärztin Dr. med. Stephanie Huschitt, Chirurgische Klinik I als Koordinatorin und
Herr Oberarzt Dr. med. Michael Meiborg , Innere Medizin I, als Qualitätsmanagement-beauftragter (QMB) benannt.

 

Wer ist am Darmzentrum beteiligt ?

Ambulanter Sektor

Interne Partner:

  • Medizinische Klinik I: Prof. Kleber und Mitarbeiter
  • Chirurgische Klinik I: Prof. Siech und Mitarbeiter
  • Radiologische Klinik: Dr. Nissen und Mitarbeiter
  • Institut für Pathologie: Dr. Hack und Mitarbeiter
  • Psychoonkologische Betreuung: Dr. Scheffold und Mitarbeiter
  • Schmerztherapie: Prof. Thiel und Mitarbeiter
  • Pflegeteam und die gesamte Versorgungsstruktur des OAK
  • zentrales Qualitätsmanagement


Externe Partner:

Hausintern werden folgende Angebote vorgehalten:

  • Stomatherapie mit Stomasprechstunde
  • Sozialberatung
  • Pflegeüberleitung
  • Ernährungsberatung
  • Seelsorge
  • psychoonkologische Betreuung
  • Physiotherapie
  • Palliativversorgung


Mit folgenden externen Partnern bestehen Kooperationen auf der Ebene des Gesamtklinikums:

Sanitätshaus Schad
 www.sanitaetshaus-schad.de

Hospizdienst Aalen
 www.aalener-hospizdienst.de

Ambulante Krankenpflege
www.sozialstation-aalen.de

Selbsthilfegruppen:
Ilco : www.ilco-ostalb-ulm-biberach.de
Como: www.como-gmuend.de

Rehabilitation:
Waldburg-Zeil Kliniken: www.wz-kliniken.de
Kiliani Klinik Bad Windsheim: www.dbkg.de
m&i Fachklinik Ichenhausen: www.fachklinik-ichenhausen.de

Darmkrebs - woher kommt er ?

Tumorarten und Verteilung
85 bis 90 % der bösartigen Darmtumore sind Adenokarzinome des Dickdarmes, die sich aus den Drüsen der Darmschleimhaut ableiten. Oft finden sich bei Entdeckung des Tumors bereits ein zentrales Geschwür (Ulcus) und ein Gewebsuntergang (Nekrose). Histologisch kommen neben Adenokarzinomen vor allem muzinöse Adenokarzinome (5 bis 10 %) und Siegelringkarzinome (1 %) vor.

Vorkommen
In den Industrieländern hat die Anzahl Darmkrebsneuerkrankungen in den letzten 30 Jahren deutlich zugenommen. Mit einer jährlichen Anzahl von Neuerkrankungen (Inzidenz) in Höhe von 30–35 pro 100.000 Einwohner ist der Darmkrebs einer der häufigsten bösartigen Erkrankungen in Mitteleuropa und ist für etwa 15 % aller Krebstodesfälle verantwortlich. Männer sind etwas häufiger betroffen als Frauen, dies betrifft vor allem Rectumkarzinome (Geschlechtsverhältnis 60:40).
In Deutschland stellt Darmkrebs sowohl bei den Neuerkrankungen als auch beim Krebstod bei Männern wie Frauen die zweithäufigste Krebsform dar. 90 % der kolorektalen Karzinome treten nach dem 50. Lebensjahr auf.

Pro Jahr gibt es in Deutschland 60 000 Neuerkrankungen an bösartigen Tumoren des Dick- und Enddarmes. Damit ist diese Tumorerkrankung zum zweithäufigsten Krebs geworden, unabhängig vom Geschlecht. Mehr als die Hälfte aller Patienten versterben an den Folgen dieser Erkrankung.

Risikofaktoren
Die wichtigsten Risikofaktoren sind hohes Alter und das Vorkommen von Darmpolypen. Diese entarten häufig. Weitere, seltene Risikofaktoren sind genetische Vorbelastung (Familienmitglieder mit Darmkrebs in direkter Linie haben ein etwa dreifach erhöhtes Erkrankungsrisiko) sowie genetische Syndrome, die mit einem erhöhten Risiko für die Entwicklung von Darmkrebs einhergehen.

Weitere Risikofaktoren
Außerhalb dieser seltenen Syndrome ist der wichtigste Risikofaktor eine Fehlernährung mit übermäßiger Kalorienzufuhr sowie eine fett- und fleischreiche Kost mit niedrigem Anteil an Ballaststoffen. Insbesondere der tägliche Genuss von rotem Fleisch oder Fleischprodukten erhöht das Darmkrebsrisiko um mindestens 50 %, täglicher Fischgenuss hingegen senkt es auf etwa die Hälfte. Bis vor kurzem stand auch der Mangel an ballaststoffreicher Kost im Verdacht, das Darmkrebsrisiko zu erhöhen, dies konnte aber nicht sicher erhärtet werden.
Fragliche Risikofaktoren sind das Rauchen und Infektionen mit Streptokokkus bovis sowie Übergewicht und Bewegungsmangel.
Selten sind auch vorangegangene operative Eingriffe ein Risikofaktor für das kolorektale Karzinom

Vorsorge

Das Aalener DarmCentrum sieht seine wichtigste Aufgabe in der Verhinderung fortgeschrittener Tumorstadien des kolorektalen Karzinoms. Unsere Bestrebung ist es, in Kooperation mit dem Netzwerk aus niedergelassenen Fach- und Hausärzten in der Bevölkerung sowie beim medizinischen Fachpersonal den hohen Stellenwert von Prävention und Screening zu verankern.

Einerseits muss in der Allgemeinbevölkerung das Bewusstsein für Warnsignale und Risikofaktoren für das kolorektalen Karzinoms geschärft werden, andererseits müssen breitere Bevölkerungsschichten dazu motiviert werden, angebotene Vorsorgemaßnahmen auch wahrzunehmen.

Zu den Vorsorgemaßnahmen zählen zum einen die durch die Gesetzliche Krankenversicherungen eingeführte Vorsorgekoloskopie ab dem 55. Lebensjahr (bei positiver Familienanamese ggf. früher), zum anderen im Rahmen der urologischen und gynäkologischen Krebsvorsorge und die rektal-digitale Untersuchung.

Sowohl die Allgemeinbevölkerung als auch das medizinische Fachpersonal müssen dafür sensibilisiert werden, bei Warnsignalen wie z. B. Veränderung der Stuhlgewohnheiten oder peranalem Blutabgang für einen unmittelbaren Zugang zur (kurativen) Koloskopie zu sorgen.

Bei den niedergelassenen Kollegen sollte das routinemäßige Screening auf familiäre Tumorbelastung (z. B. Abfragen der Amsterdamkriterien) verstärkt eingesetzt werden.


Eines unserer wichtigsten Ziele für die kommenden Jahre ist es, die derzeit erschreckend niedrige Inanspruchnahme der beschriebenen Vorsorgemaßnahmen zu erhöhen.

Behandlung

Nach allen Voruntersuchungen ist bekannt, wo der bösartige Tumor liegt und wie er behandelt werden kann.

Unterschieden wird in Dickdarm- und Enddarmkrebs.

Weiterhin ist entscheidend, ob der Krebs fortgeschritten ist – unter Umständen auch Absiedelungen ( Metastasen) hat – oder ob er in einem Frühstadium diagnostiziert wurde.

Zu diesem Zeitpunkt wird unter den Spezialisten des Darmzentrums in der Tumorkonferenz festgelegt, welche Behandlung in diesem speziellen Fall die Beste ist ( s. Tumorkonferenz).

Die Tumurkonferenz,oder auch interdisziplinäre viszeralmedizinisch-onkologische Konferenz (IVOK) findet bei uns im Haus

jeden Mittwoch von 15:30 - 16:30 Uhr statt.

Die Beteiligten treffen sich hierfür im Röntgen-Demoraum auf der Ebene 2.

Den detaillierten Ablauf "operative Versorgung bei Darmkrebs" können Sie hier im Detail nachlesen.

Studien

Studien im DarmCentrum

Um die Behandlung einer Erkrankung kontinuierlich zu verbessern, sind klinische Studien unerlässlich. Als DarmCentrum nehmen wir an nationalen und internationalen Studien teil und bieten unseren Patienten an, sich im Rahmen einer qualitätsgesicherten klinischen Studie behandeln zu lassen. Hierbei können neuere Substanzen oder auch neue Behandlungskonzepte untersucht werden. Es geht letztlich um das Ziel, die Wirkung einer Behandlung zu verbessern oder die Nebenwirkungen zu minimieren. 

Studienteilnehmer haben die Chance von neueren Therapien zu profitieren, die außerhalb der Studie noch nicht verfügbar sind
einer intensiven und engmaschigen Betreuung der zusätzlichen Sicherheit durch externe Qualitätsüberwachung der Behandlung
für den medizinischen Fortschritt einen wertvollen Beitrag zu leisten. 

Wenn Sie sich über Klinische Studien allgemein informieren möchten, empfehlen wir Ihnen z.B. den Ratgeber der Deutschen Krebshilfe aus der Reihe „Die blauen Ratgeber“, Nr. 60 mit dem Titel „Klinische Studien“, den Sie sich kostenlos downloaden oder per Post zusenden lassen können oder auch direkt bei uns erhalten können. (http://www.krebshilfe.de/blaue-ratgeber.html)

 

 

Studien, die derzeit an unserem DarmCentrum angeboten werden:

 

M.I.R.A.C.L.E- Studie

Klinische Studie zu einem Nahrungsergänzungsmittel

Indikation: Patienten nach Dickdarmspiegelung mit vollständig abgetragenen Darmpolypen

Studientitel: Minimizing the Risk of Metachronous Adenomas of the Colorectum with Green Tea Extract – Präventionsstudie zu Grünteeextrakt als Nahrungsergänzungsmittel zur Vermeidung metachroner kolorektaler Adenome –

Leiter der Studie: Prof. Dr. med. Thomas Seufferlein, Ulm

Beschreibung: Kann die regelmäßige Einnahme von Grüntee-Extrakt die Entstehung von Darmpolypen (und damit auch Darmkrebs) vorbeugen? In dieser Studie soll genau dieses untersucht werden. Mitmachen können Personen zwischen 50 und 80 Jahren, die sich innerhalb der letzten 6 Monate einer Dickdarmspiegelung unterzogen haben und bei welchen Polypen entfernt wurden. Es handelt sich um eine randomisierte, doppelblinde Studie. Eine Gruppe erhält über 3 Jahre Grüntee-Extrakt, die Kontrollgruppe Placebo. Eine Kontroll-Dickdarmspiegelung nach 3 Jahren ermöglicht den Vergleich.

Weiterführende Informationen: Fragen Sie bei uns im Darmzentrum nach oder gehen Sie auf www.gruenteestudie.de.  

Gerne geben unsere Ansprechpartner für Studien am DarmCentrum weitere Auskünfte:

Studienbeauftragter Arzt: 
Ltd. Oberarzt Dr. Michael Meiborg, Tel. 07361-55-1211


Studienassistentin:        
Frau Caroline Walny, Tel. 07361-55-1270

 

 

Nachsorge

Die Behandlung des Darmkrebses ist erstmal vorbei.

  • WIE GEHT ES WEITER ?
  •  KANN DER KREBS WIEDER KOMMEN?

Beim DICKDARMKREBS ist eine Nachbehandlung, d.h. Chemotherapie, nur notwendig, wenn

  • Die Lymphbahnen befallen sind
  • Der Tumor durchgebrochen war
  • Oder Absiedelungen an anderen Organen vorhanden sind.

Die übrigen Patienten müssen immer wieder kontrolliert werden – das bezeichnen wir als NACHSORGE.

Eine Nachsorgeplan erhalten die Patienten bei Entlassung und der Hausarzt bzw. einweisende Internist bekommt ihn mit dem Arztbrief zugeschickt – hier sind dann die nächsten Termine vermerkt.

Beim ENDDARMKREBS hat der Patient unter Umständen eine Vorbehandlung mit Chemo- und Strahlentherapie erhalten,

wenn

  • der Tumor schon weiter fortgeschritten war
  • Vor der Operation schon ein Lymphbahnbefall vorhanden war
  • Oder Absiedelungen an anderer Stelle vorhanden waren.

Hier wird nach der abgeschlossenen Heilung der Operationswunden (ca. 4 -6 Wochen nach der OP) die Chemotherapie vervollständigt.

Auch hier gibt einen Nachsorgeplan, den die Patienten und der weiterbehandelnde Arzt erhalten.

 

 


Leitung

Prof. Dr. Gerhard Kleber

Chefarzt
Medizinsche Klinik I
Internist, Gastroenterologie, Tumortherapie
07361 55 1211 07361 55 1203 E-Mail schreiben




Prof. Dr. Marco Siech

Chefarzt
Chirurgie I
07361 55 1101 07361 55 1103 E-Mail schreiben