Physiotherapeutisches Konzept nach Brustoperation
Die physiotherapeutische Behandlung nach einer Brustoperation mit Entfernung von Lymphknoten beginnt schon am ersten Tag nach der Operation. So kann eine oft unbewusste Schonhaltung des Armes vermieden werden, die zu dauerhaften Schäden führen kann. Die Frühmobilisation wird schonend durchgeführt, um Schmerzen zu vermeiden und die Wundheilung nicht zu beeinträchtigen.
Leitsymptom:
Eingeschränkte Schulter – und Thoraxbeweglichkeit, Schmerzen, Schwellung, Schonhaltung,
Fernziel:
Freie Beweglichkeit der Schulter und des Rumpfes; aufgeklärter Patient bezüglich Ödemproblematik. Bewältigung der Alltags – und Freizeitaktivitäten.
Nahziel:
Vermeiden von Schonhaltung; vermeiden von Asymmetrien; aufrechte Haltung und Lockerung der verspannten Muskulatur.
Tagesziele:
1. Post OP Tag:
Mobilisation falls nötig, Thrombose - und Ödemprophylaxe, Mobilisation Schulter/Arm entsprechend der bestehenden OP Klassifikation, Verhaltensschulung, Scapula Alata, Information über Gruppengymnastik.
Im weiteren Verlauf:
Ab 2. Tag Post OP: Erlernen von Eigenübungen, Haltungskorrektur, überwiegend in Einzeltherapie, je nach Befund bereits Teilnahme an spezieller Gruppe, die zeitweise durch die Musiktherapie unterstützt wird. Aufklärung über Narbenbehandlung. Verhaltenshinweise;
Gruppeninhalte: s. Anhang.
CAVE: Keine Flexion über 90° in der ersten Woche Post OP nur bis siehe OP Klassifikation
Tätigkeiten Physikalische Therapie: Physiotherapie
Am Patienten
- Befunderhebung nach Sichtbefund , Tastbefund
- Behandlung: Vermeiden von Schonhaltung, vermeiden von Asymmetrien, aufrechte Haltung und Lockerung der verspannten Muskulatur. ,Atemlenkung, Thromboseprophylaxe
- Mobilisation falls nötig, Ödemprophylaxe, Mobilisation Schulter/Arm bis 90° Flexion nach OP Klassifikation. Vereinzelt Lymphdrainage, eher prophylaktische Förderung des lymphatischen Rückflusses. Dazu Lagerung und Pumpübungen. BH anziehen. Seitlage auf der nicht OP Seite.
Für den Patienten
- Kommunikation : Wöchentliche Besprechung mit Arzt, Pflege, Sozialdienst, verschiedenen Therapeutengruppen, psychoonkologischer Dienst. Stokker Einsicht. Rückmeldung bei Problemen an Arzt/Pflege. Übergabe an vertretenden PT.
- Organisation/Administration: Leistungserfassung, Verlaufdokumentation
Behandlungsfrequenz
5x wöchentlich Gruppentherapie; in Ausnahmen nur Einzelbehandlung pro Tag, nach Dringlichkeit ohne Gruppe oder als Zusatzbehandlung mit Gruppe. Jede Patientin bekommt Post OP mindestens eine Einzelbehandlung.
Behandlungsdauer:
Am Patienten: Einzel: 20-25 Minuten Gruppe 30-40 Minuten Für den Patienten: insgesamt 15 Minuten. Anhang Gruppenplan Die Inhalte der Gruppenstunden werden variabel gestaltet. Montags findet die Gruppe mit der Musiktherapie gemeinsam statt. Die unterschiedlichen Voraussetzungen der Patientinnen erfordern eine gewisse Flexibilität bei der Gestaltung der Gruppenstunden. Ziele der Gruppenarbeit
- volle Schultergelenksbeweglichkeit erreichen .
- Ödemfreiheit
- Hinweise für zu Hause
Ziele der Physiotherapie
- • Erlaubte Schultergelenksbeweglichkeit erreichen
- • Ödemverminderung bzw. Ödemfreiheit
- • Hinweise für zu Hause
Übungen
- Aufrichtung, Körperwahrnehmung in Aufrichtung, bewusste Atmung mit Verbesserung der Thoraxbeweglichkeit in Verbindung mit der Musiktherapie.
Bei Bildung von Narbengewebe und verödeten Lymphsträngen (Geigensaitenphänomen) PNF Muster, Dehnungsübungen, Bewegungsübungen der Arme. Lagerung; - Aktive Übungen: Pumpübungen Wringübungen und Entspannung,
Verhaltenshinweise: z.B. Hitze vermeiden Anstrengung in gemäßigter Form, keine Abschnürungen. - Täglich üben, vor dem Spiegel wegen Ausweichbewegungen, bei deutlichen Einschränkungen Physiotherapie; oder bei beginnendem Im Regelfall bei Ödembildung Lymphdrainage. ( bei Entfernung der axillaren Lymphknoten )
Eine Empfehlung im ärztlichen Entlassbrief zur weiteren ambulanten Physiotherapie und Lymphdrainage für den weiterbehandelnden Arzt ist meistens nach dem Stand der Heilungsentwicklung notwendig.



